Remote Leadership: Wie Sie die Distanz zu Ihrem Team erfolgreich überwinden.

Remote Work: Ein Traum wird wahr?

Mobile Arbeit hat viele Vorteile, für Arbeitnehmer wie Arbeitgeber. Allen voran die Produktivität der Arbeitnehmer. Laut Studien geben knapp 60% der Befragten an, dass sie im Home Office produktiver arbeiten als am normalen Arbeitsplatz. Es gibt weniger Unterbrechungen, Zeitgewinn und die Arbeit lässt sich auch besser über den Tag verteilen. Einige Studien sprechen sogar für einen Zugewinn im Sinne der Nachhaltigkeit für den Planeten durch Home Office.  Alles Faktoren, die für sich sprechen. Doch ist diese Steigerung der Produktivität, die laut einer Stanford Studie bei ca. 13% liegt,  wirklich auf Dauer gesund für den Arbeitnehmer? Und wie gut arbeitet das Team tatsächlich zusammen? Und wie gut habe ich als Führungskraft mein Team unter Kontrolle?

 

Face the fact: Home Office is not Home Office

Man muss festhalten, dass Home Office nicht gleich Home Office ist. Laut unterschiedlichen Studien hat dauerhafte Remote Arbeit soziale wie psychologische Auswirkungen und unterscheidet sich stark vom frei gewählten, tageweisen Home Office. Wir erkennen vor allem 5 Herausforderungen, auf die Führungskräfte besonders in ihrer Remote Führung achten sollten:

 

  1. Kommunikation, Information und “gemeinsames Wissen“ im Team: Durch ein Manko an Kommunikation entsteht eine Reduktion des Verständnisses der Unternehmens- und Teamziele. Auch sinkt durch das Informationsmanko die zwischenmenschliche Empathie, in welcher Situation sich andere Teammitglieder befinden und vor allem fühlen. Emotionale Distanzierung und das Gefühl der Verlorenheit sind die Folgen.
  1. Soziale Isolation: Einsamkeit ist eine der häufigsten Beschwerden bei mobiler Arbeit, da Mitarbeiter die informelle soziale Interaktion einer Büroumgebung vermissen. Das Gefährlichste daran: Isolation kann zu einer Verringerung des Zugehörigkeitsgefühls zum Unternehmen führen und als Konsequenz zum Wunsch beitragen, den Arbeitgeber sogar zu verlassen.
  1. Technologische Arbeitsfähigkeit: Selbst jetzt, schon Monate im Home Office, stimmen nur 65% der Mitarbeiter zu, dass ihr Unternehmen über die technischen Ressourcen verfügt, die es ermöglichen, bei Bedarf von zu Hause aus zu arbeiten.
  1. Vertrauen: Nur 63% der zu Hause arbeitenden Mitarbeiter geben an, Vertrauen in ihren direkten Vorgesetzten zu haben, die COVID-19-Krise gut zu bewältigen. Auch sagen 23% der Befragten, dass ihr Unternehmen Überwachungs-Software verwendet, um zu tracken, wie viel sie tatsächlich zu Hause arbeiten. Dies führt leider jedoch zu mehr Distanzierung als Nähe zwischen Arbeitnehmer und Führungskraft.
  1. Selbstdisziplin, Ruhe & Ausgleich: Vor allem jungen Mitarbeitern fällt es häufiger schwer, eine Grenze zwischen Arbeit und Freizeit zu ziehen. Daten zeigen eine klare Trennung zwischen Beruf und Privatleben gelingt nur jedem zweiten unter 30 Jahren. Diese gesteigerte Produktivität wie auch „Always on“ Mentalität im Home Office führt bei einigen Beschäftigten sogar zu mehr Sorge (37% vs. 47% während der Corona Krise) und Stress (48% vs. 58% während der Corona Krise). Klare psychologische Effekte eine Überlastungssituation.

Was können Sie tun, um erfolgreich zu führen und Ihr Team zu stärken?

Remote Leadership: Durch Empathie Distanz überwinden.

Um im Remote Leadership erfolgreich zu sein, geht es darum aus der Mitarbeiterperspektive heraus zu denken und zu handeln. Es geht um mehr menschliche Nähe, und weniger Top-down Kontrolle. Das Schlüsselwort, dass Sie durch diesen Prozess leitet: Empathie.

Remote Leadership

 

 

Aufbauend auf unserem People-Centric-Leadership Approach, geht es dabei um 3 Kompetenzen:

 #Sicherheit

In diesem Falle ist mehr tatsächlich mehr. In Zeiten physischer Distanz kann nicht zu viel kommuniziert werden. Nutzen Sie dafür nicht nur persönliche digitale Kommunikation, sondern auch digitale Boards, Memos und Videos, um Information für jeden Mitarbeiter weltweit zugänglich zu machen. Seien Sie transparenter und großzügiger denn je mit Ihrer Information.

#Struktur

Je klarer die Struktur, desto einfacher fährt der „Zug auf Schiene“. Dies bedeutet eine noch stärkere Kommunikation von Zielen und Erwartungshaltung an Mitarbeiter. Auch hier können digitale Remote Working Tools für die Aufgabenverteilung helfen und Überblick für das Team verschaffen. Aber nicht nur der Arbeitstag braucht Struktur, sondern auch die Zukunft. Geben Sie Karriere wie Lernziele vor. In Zeiten wie diesen ist es wichtiger denn je, die Zukunft gemeinsam als Team zu planen.

#Verbundenheit

Arbeiten Sie an Ihrer eigenen Empathie und Vertrauen in ihre Mitarbeiter. Wichtig dafür: Hören Sie ihrem Team zu, halten Sie regelmäßige 1:1 Gespräche mit all ihren Mitarbeitern und erlauben Sie Feedback. Nur durch Öffnung des Leadership Kosmos und Partizipation schaffen Sie ein Gefühl der Zugehörigkeit.  Ermöglichen Sie somit Kollaboration wann immer es möglich ist. Durch den Austausch im Team wird die Motivation um Vielfaches gesteigert und mögliche individuelle Stresssituationen überwunden.

Somit bleibt auch im Remote Work: 
Das Team ist gemeinsam stärker, und dies Dank der Empathie ihrer Führungskraft.

 

Autor: Christina Perissutti
Customer and Brand Experience Lead
PwC Digital Consulting

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